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Amphibienschutz

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Amphibienschutz ist eine Tätigkeit im Naturschutz, die darauf abzielt, Amphibien vor dem Aussterben zu bewahren. In Deutschland stehen fast alle einheimischen Amphibienarten nach BNatSchG unter Artenschutz.

Amphibienschutz ist ein eigenständiger Arbeitsbereich des Naturschutzes, da es für Amphibien spezifische Gefährdungen und damit verbunden eigene Maßnahmen, behördliche Regelungen, usw. gibt. Für weitaus die meisten Tierarten gibt es keine speziellen Schutzmaßnahmen, sie werden pauschal über naturschonende Flächennutzungen und über die Ausweisung von Biotopen und Naturschutzgebieten geschützt.

[Bearbeiten] Gründe für Amphibienschutz

Amphibien sind wechselwarme Tiere, sie fallen im Winter in Winterstarre. Ihr Winterquartier sind meistens Laub- oder Mischwälder am Hang. Dort finden sie frostfreie Versteckplätze. Im Frühjahr suchen Amphibien zur Fortpflanzung ihre Laichgewässer auf. Manche Arten wechseln im Sommer nochmals ihren Aufenthaltsort und wandern vom Laichgewässer in Moore, feuchte Wälder oder Wiesen. Im besiedelten Raum müssen Amphibien bei ihren Wanderungen zwischen Winterquartier, Laichgewässer und Sommerquartier oft Straßen überqueren. Das führt ohne Schutzmaßnahmen zum Tod zahlloser Tiere.

[Bearbeiten] Möglichkeiten des Amphibienschutzes

Dauerhaften Schutz bieten folgende Maßnahmen:

  • Schutz vorhandener Lebensräume vor Überbaung (Verkehrswege, intensive Landwirtschaft) und Kanalisierung
  • Errichtung neuer „Ersatzlaichgewässer“, die einen ungefährlichen Weg für die Tiere ermöglichen.
  • Bau fester Schutzeinrichtungen an Straßen, das sind Zäune, die die wandernden Amphibien zu festen Durchgängen unter der Straße leiten.

Wenn es nicht möglich ist, fest installierte bzw. dauerhafte Schutzmaßnahmen zu treffen, werden in der Regel temporäre Schutzmaßnahmen ergriffen. Dabei werden zur Hauptwanderungszeit sogenannte Krötenzäune aufgebaut:

Zuerst werden im Zwei-Schritte-Abstand speziell geformte Metallstangen in den Boden gesteckt. In diese wird eine Plastikplane eingefädelt, die ungefähr 40 cm hoch ist, sodass sie am unteren Ende dicht am Boden aufliegt. In regelmäßigem Abständen werden Eimer im Boden bündig versenkt. Die wandernden Amphibien laufen auf der Suche nach einem Durchlass am zaun entlang und fallen in die Eimer.

Die Betreuung dieser Amphibienschutzzäune übernehmen oft freiwillige Helfer. Sie leeren frühmorgens und in der Abenddämmerung die Eimer und bringen die Molche, Kröten und Frösche über die Straße. Dabei werden die Tiere gezählt, um einen Überblick über die Population (Zahl der Tiere pro Art, Populationsschwankungen) zu erhalten.

[Bearbeiten] Quellen/Literatur

  • Verkehrsministerium Baden-Württemberg: Amphibienschutz. Leitfaden für Schutzmaßnahmen an Straßen. Schriftenreihe der Straßenbauverwaltung. Heft 4. 1994.
  • Eckhard Jedicke: Amphibien. Ökologie, Gefährdung, Schutz. Verlag Otto Maier, Ravensburg 1990.
  • Landratsamt Ravensburg: Amphibienschutz. Naturschutz im Landkreis Ravensburg. Band 2. 1995.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel „Amphibienschutz“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 4. Juli 2006 (Permanentlink) und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.